Die Geschichte der Laitaler PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Jan-Christoph Kurth   
Friday, 10 March 2006
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Die Geschichte der Laitaler
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Es war das 22. Jahrhundert, als die Menschheit kurz vor dem Untergang stand und nur die Laitaler sich dem Schicksal entgegen stellen konnten. Das Leben, so wie wir es kannten - in Frieden - würde es nicht mehr geben...

Dies ist die Geschichte des Schattens der Menschheit.

Im Jahre 2017 begann der Aufbruch der Menschheit ins Weltall, die unendlichen Weiten wurden erobert. Die Raumschiffe der Menschen waren zwar nur sehr langsam, erreichten aber trotzdem den Mars. Es wurden sogar dauerhafte Kolonien auf unserem Nachbarplaneten und dem Mond errichtet. Die Kommunikationstechnologie, die derzeit einer der führenden Wirtschaftsbereiche auf der Erde darstellte, wurde von der Raumfahrt-Industrie überflügelt. Habitate, etwa 10 Meter durchmessende zylinderförmige Wohneinheiten, wurden für die Unterbringung in der lebensfeindlichen Umgebung verwendet.

Schon 2032 entstand die erste wirkliche Stadt auf dem Mars; unzählige von Menschen bewohnte Einrichtungen kreisten um die inneren Planeten in unserem Sonnensystem.

ImageDie Kolonie-Klasse, das erste wahre Raumschiff, machte es möglich, dass die großen Kolonien auf dem Mond (von da an nur noch als LUNA bezeichnet), auf Kallisto - einem Mond des Jupiter - und einige Jahre später auch auf Pluto errichtet wurden. Zudem wurden die Raumstationen Terra- und Mars-Orbit errichtet, ein Zusammenschluss aus Hunderten von Habitaten.

2049 gelang endlich ein entscheidender Durchbruch: der Fusionsreaktor wurde entwickelt, eine Energiequelle, die die Leistungsfähigkeit der derzeitigen Triebwerke noch steigern konnte. Bald sollten sie die großen Entfernungen nicht mehr überbrücken können und somit stellte die Reise zu fernen Sternensystemen ein unüberwindbares Hindernis dar. Neue Raumschifftypen wurden entwickelt, die nur den Zweck hatten, die Kolonien zu versorgen und schnell neue Habitate zu befördern.

Bisher waren die Regierungen der einzelnen Länder noch unabhängig und die Kolonien unterstanden weitestgehend dem Kommando Geld gebender Staaten. Doch 2065 sollte sich dies ändern, als sich die Nationen der Erde zusammengeschlossen hatten, um gemeinsam das All zu erobern und ihre Ressourcen zusammen zum Wohle der Menschheit zu nutzen - so jedenfalls wurde es öffentlich angepriesen, die Realität sah jedoch ganz anders aus: Mit diesem Zusammenschluss waren zwar alle Länder in der Lage, ins All zu reisen, aber Fördermittel und Technologien wurden meist ungerecht verteilt.

Zu diesem Zeitpunkt erklärten die Kolonien ihre Unabhängigkeit, so dass es nur noch die einzelnen Planeten gab. Genauso wie der Mond als LUNA bezeichnet wurde, nannte man die Erde nun TERRA - die Heimatwelt der Terraner.

ImageAnfangs des gleichen Jahres wurde ein neues Triebwerkssystem - Impulspartikelantrieb - entwickelt, der mit ausreichender Energieversorgung sogar 50%ige Lichtgeschwindigkeit erreichen könnte, doch zu diesem Zeitpunkt schafften es selbst die Fusionskraftwerke in konventionellen Raumschiffen nicht, diese Energiemenge zu erzeugen. Die durchschnittliche Höchstgeschwindigkeit lag bei 5 % der Lichtgeschwindigkeit, was das Reisen durch das Sonnensystem trotzdem stark beschleunigte.

Schon ein Jahr später wurde aus Mangel an überlichtschnellen Antrieben der Plan zur Kolonisierung von externen Sonnensystemen wieder fallengelassen. Einige wenige Langzeitexpeditionsschiffe wurden zur Erkundung gestartet, aber dauerhafte Kolonien waren dabei noch nicht geplant. Die Entfernungen zu anderen Systemen waren einfach zu groß, um sie mit einem verhältnismäßig langsamen Raumschiff zu überwinden.

2071 schien dann der Durchbruch nahe, als auf Terra der erste Prototyp eines Überlichtantriebes entwickelt wurde und auf eine Weltraumstation im Orbit gebracht wurde. Die Euphorie war groß, die verschiedenen Kolonien und Planeten blickten auf dieses Ereignis, aber was geschah, war schrecklich: Erste Testsysteme verschwanden in der 5. und später dann auch in der 6. Dimension, was die Katastrophe auslöste. Eine Art kleines schwarzes Loch entstand, das einen Superburst in der Mitte erzeugte und alles in seinem Weg vernichtete. Die Forschungsstation und einige kleinere Satelliten wurden komplett zerstört. Damit galt die 6. Dimension als reiseuntauglich und die Terraner waren weiter in das Sol-System verdammt.

Daraufhin passiert lange Zeit wenig, während die Forschungseinrichtungen fieberhaft weiter an einem Antrieb arbeiteten, jedoch ohne Erfolg. Aber diese Zeit zeugte nicht von einer Stagnation, denn ein revolutionierendes Computersystem, das auf positronischer Basis arbeitete, wurde eingeführt und machte die ohnehin schon kleinen Rechenmaschinen noch viel kleiner und dabei noch leistungsfähiger.

111 Jahre nach der ersten Mondlandung wurde die Raumfahrt durch das überlichtschnelle Reisen revolutioniert. Der Hyperdimensional-Physiker James Gab konnte 2080 seine Theorie von der Gabzone, einem Raum, der zwischen der 5. und 6. Dimension liegt, bestätigen. In einem Drama, bei dem Gab gegen das Einverständnis der Regierung handelte, stahl er ein Raumschiff aus einer orbitalen Forschungseinrichtung. Bisher wurde die Gabzone-Theorie von allen führenden Wissenschaftlern verspottet. Seinen Prototyp des Gabzone-Antriebes baute er zuvor in seinem Privatlabor. Bevor er seinen Antrieb testete, schickte er alle Unterlagen der Regierung Terras. Das Gerät war noch nie getestet worden, aber es funktionierte - allerdings starb Gab bei seinem illegal vorgenommenen Testflug. Er schaffte die halbe Strecke zum Proxima Centauri-System, als sein Antrieb ausfiel. Mit den verfügbaren Funksystemen konnte er der Heimat seinen Erfolg mitteilen. Jegliche Rettung kam erst Wochen später und so musste er in seinem Raumschiff verhungern. Gab öffnete den Terranern eine neue Welt und ging damit in die Geschichte ein.
Der Gabzone-Antrieb solle theoretisch unendliche Geschwindigkeiten erreichen, sofern genügend Energie zugefügt wird. Da dieser Verbrauch mit zunehmender Geschwindigkeit sehr stark anstieg, war mit den vorhandenen Energiequellen nur 50 fache Lichtgeschwindigkeit (LG) möglich.

Im gleichen Jahr wurde Luna als Regierungsplanet des Sol-Systems gewählt. Damit entstand ein gemeinsamer Sitz der Regierungen der Planeten. Außerdem wurde Titan, der größte Mond des Saturns, zum Werftplaneten, ausgebaut. Alle Raumschiffe, die in Zukunft gebaut werden sollten, würden hier gefertigt werden.



 
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